Infas360 — B2B-SaaS-Redesign (Energiemarktdaten)

- Kunde
- Infas360 GmbH
- Kontext
- B2B-SaaS für Energiemarktdaten, kartenbasiert
- Rolle
- UX/UI-Redesign (Designphase)
- Status
- Geliefert; vom Kunden bislang nicht umgesetzt
- Zeitraum
- 8 Wochen (2026)
- Hinweis
- Zuvor dort als Data Scientist tätig
Kontext
Infas360 verkauft Energiemarktdaten an B2B-Kunden. Die Oberfläche war seit Jahren nicht weiterentwickelt worden: nicht responsiv, ohne gestalterische Verantwortung. Ich hatte vorher als Data Scientist bei Infas360 gearbeitet, mit genau diesen Daten. Ich wusste also, was die Zahlen in den Tabellen bedeuten und wofür Kunden sie brauchen, und konnte entsprechend entscheiden, was eine Oberfläche zeigen muss und was sie weglassen kann.
Entscheidungen
Decision 1
Marktanalyse und Workshop vor dem ersten Screen
Vor dem ersten Screen habe ich vergleichbare SaaS-Produkte analysiert, die Daten auf Karten darstellen, und mir die Energie-SaaS-Nische angeschaut. Danach gab es einen Workshop mit PM, Entwicklung und bewusst auch dem Vertrieb, denn der Vertrieb hört jeden Tag von den Kunden, die mit dem Produkt kämpfen. Gemeinsam haben wir die Analyse durchgearbeitet und User Flows und Bedürfnisse festgelegt. Erst danach habe ich gestaltet, in Iterationen, jede mit PM und Entwicklung abgestimmt.
Trade-off: Der Start dauert länger als einfach loszulegen. Dafür baute keine Iteration auf einer ungeprüften Annahme auf.
Decision 2
Der Nutzungskontext als Gestaltungstreiber
Dieselbe Anwendung wird auf Baustellen und im Büro benutzt, zwei Kontexte mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Unterwegs zählt die schnelle Zahl, am Schreibtisch die tiefe Analyse. Die Antwort war Priorisierung: Welche Daten braucht welche Nutzerin, und wie dringend? Daraus ist ein kompaktes Layout entstanden, das beide Kontexte bedient.
Trade-off: Ein gemeinsames Layout für beide Kontexte reduziert den Overhead. Es muss nur eine Designbasis gepflegt werden, nicht zwei.
Decision 3
Abfragen ohne SQL
Der Kern des Produkts sind Datentabellen. Die Nutzer sind Fachleute für Energie, nicht für Datenbanken. Aus meiner Zeit als Data Scientist bei Infas360 wusste ich, welche Abfragen die Kunden wirklich brauchen und welche nur in der Theorie vorkommen. Ich habe eine Abfrageoberfläche entworfen, mit der sie die Tabellen filtern und einfache Auswertungen fahren können, ohne eine Zeile SQL zu schreiben. Die entscheidende Frage war, was die Oberfläche nicht können muss. Sie deckt die häufigen Fragen ab und lässt die seltenen bewusst weg.
Trade-off: Eine vereinfachte Abfrageoberfläche kann nicht alles, was SQL kann. Genau das macht sie für die tatsächlichen Nutzer bedienbar.
Einblicke
Folgt in Kürze
Ergebnis
Übergeben wurde die vollständige Oberfläche der Anwendung, Iteration für Iteration mit PM und Entwicklung abgestimmt, dazu ein UI-Kit für die Marketingwebseiten. Das Team kann neue Seiten seither selbstständig und in einer einheitlichen Designsprache umsetzen. Im abschließenden Dev-Handover konnte der Entwickler offene Fragen klären und Anmerkungen zur Überarbeitung mitgeben. Der Kunde hat das Redesign bis heute nicht umgesetzt. Diese Fallstudie zeigt den Entscheidungsprozess: wie ich Produktentscheidungen an einer datenintensiven Oberfläche treffe. Genau dafür werde ich engagiert.
deutschland-forstet-auf.de
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